Junge Stimmen im Fokus: Start der Jugendbefragung „What’s up? 2.0“ im Saalekreis
Landkreis ruft zur Beteiligung junger Menschen und ihrer Eltern auf
Im Landkreis Saalekreis läuft derzeit die Kinder- und Jugendstudie „What’s up? 2.0“. In den kommenden Wochen beginnt im Rahmen der Studie die umfassende Befragung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ziel ist es, eine aktuelle empirische Grundlage für die strategische Bedarfsplanung der Kinder- und Jugendhilfe im Saalekreis zu schaffen.
Die Befragung soll Aufschluss über die Lebenssituation und Bedarfe junger Menschen vor Ort geben. Gleichzeitig kann die Befragung Herausforderungen und Problemlagen sichtbar machen, um Jugendarbeit, Jugendförderung sowie kommunale Angebote künftig noch passgenauer ausrichten zu können.
„Mit What’s up? 2.0 wollen wir jungen Menschen im Saalekreis eine starke Stimme geben. Ihre Einschätzungen, Erfahrungen und Wünsche sind eine unverzichtbare Grundlage für eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe. Partizipation endet nicht bei gut gemeinten Angeboten. Sie beginnt damit, junge Menschen ernsthaft zu fragen, wie sie leben, was sie brauchen und was sie sich für ihre Zukunft wünschen“, unterstreicht Annett Hellwig, Dezernentin für Gesundheit, Soziales und Bildung die Bedeutung der Studie.
Wissenschaftliche Begleitung durch das Deutsche Jugendinstitut
Mit der Durchführung der Befragung wurde erneut das Deutsche Jugendinstitut (DJI) mit Sitz in Halle beauftragt, das bereits 2017 die Vorgängerstudie umgesetzt hat. Das DJI zählt zu den größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituten Europas und untersucht seit mehr als 60 Jahren die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Es berät Bund, Länder und Kommunen und liefert wichtige Impulse für Politik und Praxis.
Die aktuelle Studie ermöglicht einen direkten Vergleich zur Erhebung von 2017. Im Fokus stehen unter anderem folgende Fragen:
• Wie haben sich die Lebenslagen junger Menschen im Saalekreis verändert?
• Welche Themen, Interessen und Wünsche stehen heute im Vordergrund?
• Mit welchen Herausforderungen sind sie konfrontiert?
• Welche Rolle spielen psychische Belastungen, Mobbing, soziale Isolation, Mobilität und Engagement?
Schulen und Kommunen als zentrale Partner
Um ein möglichst umfassendes Bild zu gewinnen, setzt das Forschungsteam auf verschiedene Methoden: Gespräche mit Fachkräften der Jugendarbeit, Diskussionsrunden mit Jugendlichen sowie eine breit angelegte standardisierte Befragung.
Ein zentraler Baustein der Studie ist die Einbindung der Schulen als wichtiger Lebensmittelpunkt für Kinder und Jugendliche. Insgesamt werden 56 Schulen im gesamten Saalekreis zur Teilnahme eingeladen. Dies ermöglicht eine breite und direkte Beteiligung. In ausgewählten Grundschulen finden bereits begleitete Gruppenbefragungen statt. In den weiterführenden Schuljahrgängen 5 bis 10 nimmt jeweils eine Klasse pro Jahrgangsstufe an einer Onlinebefragung teil, die über das Einlesen eines QR-Codes durchgeführt wird.
„Ich danke den Schulleitungen, dass sie unsere Studie trotz der vielfältigen Belastungen und Herausforderungen im Schulalltag unterstützen und ihren Schülerinnen und Schülern die Teilnahme ermöglichen“, betont die Dezernentin.
Darüber hinaus werden mehr als 6.000 per Stichprobe ausgewählte junge Erwachsene zwischen 17 und 27 Jahren von ihren Kommunen postalisch zur Teilnahme an der Onlinebefragung eingeladen. Als zusätzlicher Anreiz nehmen die Teilnehmenden an einer Verlosung eines iPhones teil.
„Die Kommunen sind für uns unverzichtbare Partner, um auch junge Erwachsene, die nicht mehr zur Schule gehen, zuverlässig und repräsentativ zu erreichen. Für diese Unterstützung bedanken wir uns ausdrücklich“, hebt Annett Hellwig hervor.
Aufruf zur Teilnahme
Eine hohe Beteiligung ist entscheidend für die Aussagekraft der Ergebnisse. Je mehr junge Menschen teilnehmen, desto präziser können ihre Lebenslagen abgebildet und zukünftige Maßnahmen zielgerichtet geplant werden.
Der Landkreis Saalekreis ruft daher auf:
• Junge Erwachsene, die eine Einladung erhalten haben, werden gebeten, an der Onlinebefragung teilzunehmen.
• Eltern werden gebeten, die Teilnahme ihrer Kinder zu ermöglichen und zu unterstützen.
„Jede Teilnahme zählt. Die Ergebnisse werden direkten Einfluss darauf haben, wie wir Angebote für Kinder und Jugendliche im Saalekreis weiterentwickeln“, so die Dezernentin abschließend.
Die Auswertung der Studie wird nach Abschluss der Befragungen veröffentlicht und fließt in die zukünftige Jugendhilfeplanung des Landkreises ein.